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Projekt Komm! Illustration von Naddia Budde

Von Wunschbäumen, Bauernhöfen und frechen Mädchen ...

Kinder einer Münchner Grundschule berichten über ihre Teilnahme am Projekt "Komm, wir finden eine Lösung!"

„Spaß hat es gemacht“, da sind sich Marianna und Ronaldo einig. Zusammen mit ihren Mitschülern haben die beiden Erstklässler an dem Projekt „Komm, wir finden eine Lösung!“ teilgenommen – ein Präventionsprojekt, in dem die Kinder lernen, Konflikte fair und gewaltfrei zu regeln. Gemeinsam mit den Trainern erarbeiten die Schüler Lösungen und entwickeln Handlungsstrategien, die ein friedliches Miteinander ermöglichen.                                                  

 „Ich habe gelernt zuzuhören und mich nicht mehr so aufzuführen, wenn mir etwas nicht gefällt“, erzählt die siebenjährige Marianna. Früher wurde das zierliche Mädchen immer sehr wütend, wenn eine Mitschülerin sie Marinchen nannte.
Nun hat Marianna eine Lösung gefunden: „Ich habe einen Zettel an die Maxi geschrieben und ihr gesagt: Du sollst jetzt aufhören, Marinchen zu mir zu sagen, weil ich das nicht möchte und das hat gut geklappt. Sie hat damit aufgehört, und das finde ich gut“, freut sich die Schülerin.

Bauernhöfe mit dreiköpfigen Drachen

Die Mädchen und Jungen lernen nicht nur, ihren eigenen Wünschen Ausdruck zu verleihen und die der anderen ernst zu nehmen, sondern auch, auf andere Kinder zuzugehen und Freundschaften zu knüpfen. Ein Gruppenrollenspiel mit dem Thema Bauernhof zu Beginn des Projekts hat Aufschluss darüber gebracht, wer miteinander befreundet ist oder sich gar nicht mag.

Es ist ein Bauernhof der ganz besonderen Art. Neben Katzen, Pferden und Hunden leben dort auch dreiköpfige Drachen und Dinosaurier, mit denen die Kinder Freundschaft schließen können.
Stolz erzählen Ronaldo und Marianna, wie sie neue Spielkameraden gefunden haben. „Wir sind durch ein Zaubertor gegangen und waren dann das Tier, das wir gerne sein wollten. Unsere Aufgabe war es, Freunde zu finden, die wir vorher noch nicht hatten.“ Marianna, die als kleines Huhn über den Hof gelaufen ist, hat viele neue Freunde gefunden, mit denen sie auch jetzt noch gerne spielt. Das Rollenspiel gefiel ihr im Projekt am besten.

Ein Baum lässt Wünsche in Erfüllung gehen

Ronaldo kann sich zuerst gar nicht entscheiden, was ihm den größten Spaß gemacht hat. „Mir hat eigentlich alles gut gefallen“, sagt der Junge und denkt angestrengt nach. Dann ist er sich sicher: „Der Wunschbaum war am besten! Da durften wir unsre Wünsche auf kleine runde Zettel schreiben und an den Baum kleben.“

Am Wunschbaum werden die Wünsche der Kinder gesammelt, die diese an ihre Klassenkameraden haben: nett miteinander umgehen, dem anderen zuhören oder nicht mehr mit einem Spitznamen gerufen werden. Gemeinsam überlegt die Gruppe, wie diese Wünsche in Erfüllung gehen können. Ronaldo verrät lächelnd seinen Wunsch: „Das die Mädchen nicht immer so frech zu den Jungen sind.“

„Natürlich wird es immer jemanden geben, mit dem man sich einfach nicht versteht“, sagt Ronaldos Mutter, „aber das ist ja auch nicht das Ziel des Projekts. Wichtig ist, dass man lernt, Konflikte zu lösen und miteinander auszukommen.“ Ob das Gelernte von Dauer ist, beurteilt sie eher kritisch. Trotzdem ist sie der Meinung: „Es ist toll, dass es solche Projekte gibt. Ich denke schon, dass sie etwas bringen.“ Im Verhalten ihres Sohnes hat sie eine positive Veränderung bemerkt: „Er ist ausgeglichener geworden.“  (lv)